Was ist die 183-Tage-Regel?

Vereinfacht ausgedrückt, ist die 183-Tage-Regel die maximale Anzahl von Tagen, die eine Person in einer bestimmten Gerichtsbarkeit physisch anwesend sein kann, bevor eine Einkommensteuerpflicht entsteht.

Doch heißt dies nun, dass ein Aufenthalt von weniger als 183 Tagen in einer bestimmten Gerichtsbarkeit bedeutet, dass dort keine Einkommensteuerschuld entsteht, während ein Aufenthalt von mehr als 183 Tagen in einem bestimmten Land wiederum zu einer Einkommensteuerschuld führt?

In Wirklichkeit ist die Anzahl der Tage, die eine Person in einer bestimmten Gerichtsbarkeit physisch anwesend ist, nur ein Teil eines größeren Puzzles, bei dem alle Teile untersucht werden müssen, bevor ein vollständiges Bild ensteht. Viele Gerichtsbarkeiten nennen 183 Tage Anwesenheit in ihrer nationalen Steuergesetzgebung als einen der Parameter, an denen sie bemessen, ob eine Person als in dieser Gerichtsbarkeit als steuerlich ansässig betrachtet wird.

Wen dies betrifft

Um zu ermitteln, welche Regelungen für Sie zutreffen, empfehlen wir, Steuerberater in den Ländern zu konsultieren, in denen Sie sich für gewöhnlich aufhalten. Wie komplex internationale Steuergestaltung sein kann, wollen wir an folgendem Beispiel illustrieren.

Heutzutage arbeiten viele Menschen komplett online, sind hierdurch ortsunabhängig und können rein theoretisch 365 Tage im Jahr reisen. Es handelt sich hierbei um sogenannte „Digitale Nomaden„. Reist ein digitaler Nomade und hält sich in jedem Land nur einige Tage auf – darunter auch in Frankreich -, ensteht in Frankreich schon eine Steuerpflicht, wenn dort die meisten Tage des Jahres verbracht wurden – selbst dann, wenn es beispielsweise nur 2 Wochen waren. In der Schweiz entsteht ein Lebensmittelpunkt und damit Steuerpflicht, wenn man sich 3 Monate im Land aufhält.

Das beschriebene Wirrwar kann zu Irritationen führen, die wiederum anhand von Doppelbesteuerungsabkommen (DBAs) gelöst werden. Anhand von DBAs wird geklärt, welcher Staat das Besteuerungsrecht hat. Einige Steuerbehörden haben zudem einige Selbsttests für internationale Steuerzahler online gestellt:

Unsere Empfehlung

Anhand der beschriebenen komplexen Situation, die sich teilweise von Land zu Land unterscheidet und die für jeden Menschen in seiner persönlichen Lebenslage in der Regel sehr individuell ist, empfehlen wir, dass Sie sich mit Steuerberatern im Land (oder in den Ländern) Ihres gewöhnlichen Aufenthaltes beraten.

Die Empfehlung der Konsultation eines Steuerberaters in den Ländern Ihres gewöhnlichen Aufenthaltes illustrieren wir an folgendem Beispiel, bei dem sich jeder selbst fragen muss, inwiefern beispielsweise ein Steuerberater mit Schwerpunkt internationales Steuerrecht behilflich sein kann. Stellen Sie sich vor, ein solcher Experte sitzt in Spanien, Sie leben aber in Panama, verbringen mehrere Monate im Jahr in den USA und halten eine Offshore-Firma in den Seychellen mit einer Extra-Provincial-Branch in Kanada. Ob in dieser beispielhaften Situation ein Steuerberater in Spanien am besten geeignet wäre, kann bezweifelt werden. Ein Steuerberater in Panama und ggf. den USA wäre wohl angezeigter.

Bedenken Sie zudem, dass zu steuerlich relevanten Ländern durchaus auch noch Ihr Heimatland, z.B. Deutschland gehören kann – selbst dann, wenn Sie sich offiziell abgemeldet haben und tatsächlich weggezogen sind. Auch eine noch bestehende Wohnung oder Schlüsselgewalt können – neben vielen weiteren Faktoren – beispielsweise steuerlich relevant sein. In jedem Fall empfehlen wir, sich auch mit einem Steuerberater des „Heimatlandes“ in Verbindung zu setzen, um der „heimatlichen“ Steuerpflicht mit Wegzug endgültig Adieu sagen zu können.

Sie sehen also, dass wir Ihnen die Auseinandersetzung mit Ihren individuellen Steuerpflichten in keinem Fall abnehmen können und Sie in jedem Fall Steuerberater – darunter auch in Ihrem „Heimatland“ – konsultieren sollten. Sollten Sie Fragen zu unseren Dienstleistungen haben oder bestellen wollen, so nutzen Sie gerne unser Kontaktformular oder E-Mail.

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